Maßstab für die Rückgabe ist § 1109 ABGB: Die Wohnung ist so zurückzugeben, wie sie übernommen wurde, abzüglich der gewöhnlichen Abnützung. Der Mietvertrag kann davon abweichen, aber nicht beliebig: Eine vorformulierte Pflicht, die Wohnung weiß ausgemalt zurückzugeben, hat der OGH für unwirksam erklärt (RS0127701). Für Schäden haften Mieterinnen und Mieter nur bei Verschulden, und der Vermieter muss Ersatz binnen einem Jahr nach der Rückgabe gerichtlich fordern (§ 1111 ABGB). Eine Endreinigung kostet laut hausfeen 190 bis 280 Euro für eine Zweizimmerwohnung mit 50 m², ohne Fenster und ohne Angabe zur Umsatzsteuer (Stand September 2026).

Was das Gesetz verlangt

„in dem Zustand, in welchem er sie übernommen hat“

§ 1109 ABGB, RIS

§ 1109 ABGB verlangt, die Wohnung in dem Zustand zurückzustellen, in dem sie übernommen wurde, oder so, wie sie im Inventar beschrieben ist. Die Bestimmung ist dispositiv (OGH RS0020737): Der Mietvertrag kann anderes regeln, allerdings mit Grenzen, die der OGH vor allem bei Ausmalklauseln gezogen hat.

Zustand bei der RückgabeWer dafür einstehtGrundlage
gewöhnliche Abnützung durch vertragsgemäßen Gebrauchnicht die Mieterin oder der MieterOGH RS0020760
übermäßige Abnützung oder MissbrauchMieterin oder MieterOGH RS0020760
Schaden aus Verschulden, auch eines UntermietersMieterin oder Mieter§ 1111 Satz 1 ABGB
Schaden durch Zufallnicht die Mieterin oder der Mieter§ 1111 Satz 1 ABGB

Ersatzansprüche wegen Beschädigung muss der Vermieter längstens binnen einem Jahr nach der Rückgabe gerichtlich geltend machen, sonst erlöschen sie (§ 1111 Satz 2 ABGB).

Ausmalen und Böden

„Bei bloß gewöhnlicher Abnutzung ist der Mieter grundsätzlich nicht verpflichtet, ein Bestandobjekt neu ausgemalt oder mit abgeschliffenen und neu versiegelten Holzböden zurückzustellen.“

OGH RS0127699 (2 Ob 215/10x), RIS

Eine Formularklausel, nach der die Wohnung „ordnungsgemäß“ in weißer Farbe ausgemalt zurückzustellen ist, bevorzugt einseitig den Vermieter und ist unwirksam, und zwar in allen Anwendungsbereichen des MRG (OGH RS0127701). Ob eine einzeln ausgehandelte Ausmalpflicht hält, beurteilt der OGH nicht einheitlich: 10 Ob 79/07a ließ sie zu, spätere Entscheidungen (6 Ob 104/09a, 2 Ob 215/10x) sehen im Vollanwendungsbereich des MRG dafür keine sachliche Rechtfertigung (RS0122542). Steht eine solche Klausel in Ihrem Vertrag, lassen Sie sie im Einzelfall prüfen.

Was „besenrein“ bedeutet

Das Wort steht in keinem Gesetz. Es ist eine übliche Klausel in Mietverträgen; eine Definition durch den OGH haben wir nicht gefunden. Gesetzlicher Maßstab bleibt § 1109 ABGB. Im Alltag versteht man unter besenrein meist eine leer geräumte Wohnung ohne Müll, mit gekehrten oder gesaugten Böden und ohne groben Schmutz. Ob darüber hinaus etwa Fenster oder Backrohr geputzt sein müssen, sagt das Wort allein nicht. Weil § 1109 auf den Zustand bei der Übernahme abstellt, ist das Übernahmeprotokoll der beste Anhaltspunkt: Wurde die Wohnung gereinigt übergeben, sollte sie auch gereinigt zurückkommen.

Drei Stufen: besenrein, Endreinigung, Grundreinigung

Anbieter verwenden die Begriffe unterschiedlich. In diesem Artikel meinen wir damit:

StufeUmfangSinnvoll, wenn
besenreinleer geräumt, Müll entfernt, Böden gekehrt oder gesaugt, grober Schmutz wegder Vertrag nur das verlangt oder die Wohnung ohnehin saniert wird
Endreinigungzusätzlich Küche und Bad gründlich, Böden feucht gewischt, Staub auch oben auf Kästen, Fensterbänke, Heizkörper, Türen, Fenster innendie Wohnung sauber übernommen wurde oder gleich wieder vermietet wird
Grundreinigungzusätzlich Entkalken, Fugen, Backrohr und Dunstabzug gründlich, Kästen innen, Fenster samt Rahmennach langer Mietdauer, bei starker Verschmutzung oder vor einer Neuvermietung

Checkliste nach Räumen

Küche

  • Kochfeld, Backrohr samt Blechen und Rost
  • Dunstabzug außen, Fettfilter gereinigt oder getauscht
  • Kühlschrank leer, abgetaut und ausgewischt; bei abgeschaltetem Strom die Tür einen Spalt offen lassen
  • Spüle und Armatur entkalkt, Fliesenspiegel
  • Kästen und Laden innen ausgewischt

Bad und WC

  • WC, Waschbecken, Dusche oder Wanne entkalkt
  • Fugen, Armaturen, Spiegel und Fliesen
  • Abflüsse frei von Haaren

Böden und Wohnräume

  • Böden gesaugt und feucht gewischt, Holz nur nebelfeucht
  • Sesselleisten, Türen, Türstöcke, Griffe und Lichtschalter
  • Staub oben auf Einbaukästen

Fenster und Heizkörper

  • Fenster innen samt Rahmen und Fensterbänken
  • Heizkörper, auch zwischen den Rippen
  • Fenster außen nur, soweit sie ohne Absturzsicherung erreichbar sind

Balkon, Keller und Abteile

  • Balkon oder Loggia gekehrt
  • Keller- und Dachbodenabteil leer, sofern mitvermietet

Übergabeprotokoll mit Fotos

Ein Protokoll mit Fotos schützt beide Seiten, weil es festhält, in welchem Zustand die Wohnung zurückgegeben wurde. Hinein gehören:

  • Datum, Uhrzeit und Anwesende
  • Zählerstände für Strom, Gas, Wasser und Wärme, jeweils mit Foto
  • Zahl und Art der zurückgegebenen Schlüssel
  • Zustand Raum für Raum, Mängel mit Übersichts- und Nahaufnahme
  • was in der Wohnung bleibt, etwa Einbauküche oder Lampen
  • Unterschriften beider Seiten und je eine Kopie

Legen Sie das Übernahmeprotokoll vom Einzug daneben. Was schon bei der Übernahme beschädigt war, gehört nach § 1109 ABGB zum Ausgangszustand.

Sicht der Vermietenden und Hausverwaltungen

Für Vermietende zählt vor allem, wie schnell die Wohnung wieder vermietbar ist. Eine sinnvolle Reihenfolge:

  1. Übergabe mit Protokoll, Fotos, Schlüsseln und Zählerständen.
  2. Mängel sichten: Ersatz gibt es nur für übermäßige Abnützung und verschuldete Schäden (OGH RS0020760, § 1111 ABGB).
  3. Ausmalen und kleine Reparaturen planen; bei gewöhnlicher Abnützung ist die Mieterin oder der Mieter zum Ausmalen grundsätzlich nicht verpflichtet (OGH RS0127699).
  4. Endreinigung oder Grundreinigung erst nach diesen Arbeiten, damit Staub und Farbreste nicht in der sauberen Wohnung bleiben.
  5. Besichtigungen in der gereinigten Wohnung.

Ersatzansprüche wegen Beschädigung sind binnen einem Jahr nach der Rückgabe gerichtlich geltend zu machen (§ 1111 ABGB). Das Protokoll mit Fotos ist dafür die wichtigste Unterlage.

Was kostet die Endreinigung?

Die Werte stammen von den Websites der Anbieter, Stand September 2026. Ob netto oder brutto, geben beide nicht an. Die Tabelle zeigt die Richtwerte der Vermittlungsplattform hausfeen für Pauschalen:

Wohnungohne Fenstermit Fenstern außen
Garçonnière, 25 m²130 bis 180 €160 bis 220 €
2 Zimmer, 50 m²190 bis 280 €230 bis 340 €
3 Zimmer, 75 m²260 bis 380 €310 bis 450 €
4 Zimmer, 100 m²330 bis 480 €390 bis 580 €

Hausfeen nennt außerdem Stundensätze von 30 bis 40 Euro. ReinVision nennt ab 299 Euro für kleinere Wohnungen, als Fixpreis nach Größe und Zustand. Den Preis treiben laut hausfeen vor allem der Verschmutzungsgrad, ob noch Einrichtung in der Wohnung steht, Balkon und Keller sowie die Fenster außen. Für die Stufe besenrein und für eine Grundreinigung nennen die untersuchten Anbieter keine eigenen Wohnungspreise; eine Grundreinigung lässt sich über den Stundensatz abschätzen.

Was HSG dabei übernimmt

HSG reinigt Wohnungen vor der Übergabe in allen 23 Wiener Bezirken. Wohnungsreinigung mit haushaltsüblichen Mitteln gehört zum freien Gewerbe der Hausbetreuung; Fenster putzen wir, soweit sie vom Boden aus oder mit einer Steighilfe ohne Absturzsicherung erreichbar sind. Umfang und Preis stehen im schriftlichen Angebot mit Leistungsverzeichnis, das wir nach einer Besichtigung erstellen. Mehr auf der Seite Wohnungsübergabe Wien.