Die niedrigsten veröffentlichten Saisonpauschalen für kleine Flächen liegen in Wien bei 225 Euro: ASE nennt 225 Euro netto (270 Euro brutto) für 2026/27, Attensam ab 225 Euro inklusive Umsatzsteuer (Fußnote noch Saison 2025/26). Für einen Gehsteig mit Übernahme der Räum- und Streupflicht nennt EZ einen Grundpreis von 370 Euro netto (einseitig, innerstädtisch), Nobleclean ab 390 Euro netto bis 20 Laufmeter, ab 680 Euro bis 50 und ab 1.150 Euro bis 100 Laufmeter. Die Preise von ASE, EZ und Nobleclean gelten für die Saison vom 1. November bis 15. April, Stand September 2026. Dazu kommen 20 % Umsatzsteuer, wo netto angegeben ist.

Marktpreise in Wien, Stand September 2026

AnbieterLeistungPreisSteuerBrutto (gerechnet)
ASEMindest-Saisonpauschale für kleine Flächen, Saison 2026/27225 € je Saisonnetto270 €
AttensamMindest-Saisonpauschale Paket Basis; Fußnote nennt noch die Saison 2025/26ab 225 € je Saisonbrutto225 €
EZGehsteig mit Haftungsübernahme, innerstädtisch, eine Straßenseite370 € Grundpreis je Saisonnetto444 €
EZwie oben, zwei Straßenseiten670 € Grundpreis je Saisonnetto804 €
NoblecleanGehsteig bis 20 Laufmeter, mit Einsätzen, Streugut und Haftungab 390 € je Saisonnetto468 €
NoblecleanGehsteig 20 bis 50 Laufmeterab 680 € je Saisonnetto816 €
NoblecleanGehsteig 50 bis 100 Laufmeterab 1.150 € je Saisonnetto1.380 €

An den Grenzen der Nobleclean-Staffel ergibt das mindestens 19,50 € (20 Laufmeter), 13,60 € (50 Laufmeter) und 11,50 € (100 Laufmeter) netto je Laufmeter und Saison. Bei kürzeren Gehsteigen innerhalb einer Stufe liegt der Laufmeterpreis entsprechend höher.

Weitere veröffentlichte Beträge: EZ verlangt für eine Tauwetterkontrolle 10 % Aufschlag. Attensam wirbt mit einem „Fairflex Bonus“ von 25 % Gutschrift nach einem milden Winter; die Pakete Haftung und Fairflex kosten dort „auf Anfrage“. Die AGB von GRW nennen 35 € netto Anfahrt, wenn eine Fläche nicht zugänglich ist, und 50 % Notfallzuschlag auf den Stundensatz.

Flächenpreise nur mit Vorsicht

EZ nennt außerdem Flächenpreise netto: 6 bis 15 € je m² bei Handarbeit, 2 bis 4 € je m² mit Kleingeräten und 0,70 bis 1,20 € je m² mit Großmaschinen. Solche Werte lassen sich schwer mit Saisonpauschalen vergleichen. Fragen Sie nach, ob sie je Einsatz oder je Saison gelten und ob Streuen, Einkehren und Haftung enthalten sind.

Wovon der Preis abhängt

  • Länge und Seiten: Laufmeter Gehsteig und ob das Haus an einer oder zwei Straßen liegt. Bei EZ kostet der zweiseitige Gehsteig 670 statt 370 € netto.
  • Breite: In Wien sind Gehsteige bis 1,50 m ganz zu räumen, breitere zu zwei Dritteln, mindestens aber 1,50 m (§ 1 Abs. 1 Gehsteigverordnung).
  • Weitere Flächen: Stiegen, Hauszugänge, Einfahrten, Hof, Müllplatz, Parkplatz. Höfe und Innenwege in Wohnanlagen räumen nach Auskunft der Stadt Wien die Grundeigentümer.
  • Haftungsübernahme: Übernimmt die Firma die Pflichten nach § 93 Abs. 5 StVO, tritt sie an die Stelle des Eigentümers und haftet selbst schon bei leichter Fahrlässigkeit (OGH RS0030023).
  • Häufigkeit: Attensam nennt in den Paketen Basis und Haftung bis zu 3 Durchgänge täglich, längstens 8 Stunden nach Belagsbildung, im Paket Fairflex bis zu 6 Durchgänge und längstens 5 Stunden. Die MA 48 empfiehlt Umlaufzeiten von höchstens vier Stunden; das ist eine Empfehlung, keine Pflicht.
  • Zusatzleistungen: Tauwetterkontrolle, Eiszapfen und Dachlawinen, Einkehren des Splitts, Schneeabtransport.
  • Lage: Anfahrt und Route. An der höher gelegenen Station Berndorf gab es im Mittel mehr Einsatztage als in Wien (31,8 statt 22,4).

Saisonpauschale oder Einzelabruf

Bei einer Saisonpauschale zahlen Sie einen festen Betrag, egal wie viele Einsätze nötig sind. Beim Einzelabruf zahlen Sie je Einsatz. Was günstiger ist, hängt davon ab, wie viele Tage ein Winter bringt. Wir haben das für elf Winter an zwei Stationen von GeoSphere Austria ausgewertet:

MessstelleEinsatztage im MittelSpanneMedianWinter über 20 Tage
Wien Hohe Warte (198 m)22,410 bis 36256 von 11
Berndorf, Bezirk Baden (337 m)31,815 bis 47329 von 11

Ein Einsatztag ist ein Tag mit mindestens 1 cm Neuschnee oder mit mindestens 0,1 mm Niederschlag und einem Tagestiefstwert von höchstens 0 °C. Ob der Niederschlag bei Frost fiel, zeigen die Tageswerte nicht. An einem Schneetag sind oft mehrere Durchgänge nötig. Die ganze Auswertung steht im Artikel Räum- und Streutage in Wien.

Beim Einzelabruf ohne Übernahme nach § 93 Abs. 5 StVO bleibt die Pflicht beim Eigentümer. Er muss das Wetter selbst beobachten und den Einsatz so rechtzeitig auslösen, dass ab 6 Uhr geräumt und gestreut ist, auch am Wochenende.

Rechenbeispiel

Beispiel mit angenommenen 18 Laufmetern Gehsteig an einer Straße, mit Haftungsübernahme. Nach der Nobleclean-Staffel kostet das ab 390 € netto je Saison, also ab 468 € brutto. Verteilt auf die gezählten Einsatztage an der Hohen Warte:

WinterEinsatztageab 390 € netto, geteilt durch Einsatztage
mildester Winter (2015/16)1039,00 €
Mittel 2015/16 bis 2025/2622,417,41 €
Median2515,60 €
härtester Winter (2017/18)3610,83 €

Bei gleicher Leistung ist ein Angebot je Einsatz in einem durchschnittlichen Winter nur günstiger, wenn es weniger als rund 17 € netto je Einsatztag kostet. Weil ein Einsatztag oft mehrere Durchgänge braucht, ist dieser Vergleich eher zugunsten des Einzelabrufs gerechnet.

Angebote richtig vergleichen

Die Preise oben sind nur vergleichbar, wenn dieselbe Leistung dahintersteht. Klären Sie bei jedem Angebot:

  • Übernimmt die Firma die Pflichten nach § 93 Abs. 5 StVO, und für welche Flächen? Ohne Übernahme bleiben Sie verpflichtet.
  • Gibt es ein Einsatzprotokoll mit Uhrzeit, Maßnahme und Streumittel, und bekommen Sie es auf Anfrage? Die AGB von GRW nennen zum Beispiel eine Aufbewahrung von mindestens drei Jahren.
  • Ist das Einkehren des Splitts enthalten? Die Wiener Winterdienst-Verordnung verlangt es, sobald der Splitt nicht mehr nötig ist (§ 8 Abs. 2).
  • Sind Schneewächten und Eiszapfen am Dach dabei? Soll die Firma diese Pflicht aus § 93 Abs. 2 StVO übernehmen, muss das ausdrücklich im Vertrag stehen.
  • Was ist ausgeschlossen? Die AGB von GRW nehmen etwa verparkte Flächen, Schneeabtransport, „Schwarzräumung“ sowie Dach- und Eiszapfenarbeiten aus und werten mehr als 20 cm Schnee in zwei Stunden als höhere Gewalt.
  • Wie wird der Preis angepasst? GRW passt laut AGB jährlich zum 1. Oktober nach dem Verbraucherpreisindex an, nicht nach unten.
  • Netto oder brutto? Für Privathaushalte zählt der Bruttopreis.

Worauf es im Vertrag selbst ankommt, steht im Artikel Winterdienst beauftragen.

Winterdienst als Betriebskosten

Im Vollanwendungsbereich des MRG sind die angemessenen Aufwendungen für die Hausbetreuung Betriebskosten (§ 21 Abs. 1 Z 8 MRG). Dazu gehört die Betreuung der Gehsteige einschließlich der Schneeräumung (§ 23 Abs. 1 MRG). Erledigt das eine vom Vermieter bestellte Firma, ist der angemessene Werklohn verrechenbar (§ 23 Abs. 2 lit. b). Im Teilanwendungsbereich entscheidet der Mietvertrag (§ 1 Abs. 4 MRG), im Wohnungseigentum tragen die Eigentümerinnen und Eigentümer die Kosten nach ihren Miteigentumsanteilen (§ 32 Abs. 1 WEG 2002). Mehr dazu im Artikel Hausbetreuung und Betriebskosten.

Was HSG dabei übernimmt

HSG bietet Winterdienst als Saisonvertrag vom 1. November bis 15. April an, mit Räumen und Streuen im Auftrag von 6 bis 22 Uhr und Einsatzprotokoll je Haus. Die vertragliche Übernahme der Pflichten nach § 93 Abs. 5 StVO bieten wir nach Bestätigung unserer Versicherung an; bis dahin bleibt die Pflicht bei der Eigentümerin oder dem Eigentümer. Das Angebot kommt schriftlich nach einer Besichtigung, mit Leistungsverzeichnis. Preis: Preis nach Besichtigung. Mehr auf der Seite Winterdienst Wien.